GUNST

Timia Mitroi  * Erika Neméth * Virgilius Moldovan

Curated by / Kuratiert von Virgilius Moldovan

Soft Opening 4.11.2021 5 – 9 pm
Duration / Ausstellungsdauer 5.- 19.11.2021

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Gunst, das Einzige freie Wohlgefallen ( I. Kant)

Das Schöne als Begriff in der heutigen Kunstwelt ist ein Schreckgespenst geworden. Als Reaktion auf den Formalismus der Nachkriegszeit hat sich die Meinung verdichtet; Weg von der Sinnlichkeit auf zur Debatte, zur diskursiven Auseinandersetzung um unterschiedliche Themen. Somit wird dem Künstler mehr Raum für Vermittlung seiner Weltanschauung zugeteilt, unter der Vorbedingung einer Bereitstellung von Ressourcen.
Dazu Imanuel Kant:
„Ein regelmäßiges, zweckmäßiges Gebäude dem Erkenntnisvermögen in deutlicher oder verworrener Vorstellungsart auszusetzen, ist etwas anderes, als sich dieser Vorstellung mit einer Empfindung des Wohlgefallens bewusst zu sein. Bei diesem Bewusstsein wird die Vorstellung mit dem Namen des Gefühls der Lust oder Unlust zur Gänze auf das Subjekt bezogen und zwar auf sein Lebensgefühl. Diese Beziehung bildet ein besonderes Unterscheidungs- und Beurteilungsvermögen und trägt zur Erkenntnis nichts bei.“
Für ihn darf das Schöne weder auf das Gute noch auf das Angenehme zurückzuführen sein. Dieser Balance Akt ist offenbar schwer einzuhalten, vor allem weil man sich auf einem Feld der Relativitäten zum Subjekt befindet gleichzeitig aber Einstimmigkeit erwartet.

De gustibuts coloribus non disputandum est

 

Favour, the Only Free Pleasure (I. Kant)

Beauty as a concept in today’s art world has become a bugbear. As a reaction to the formalism of the post-war period, opinion has condensed; moving away from sensuality to debate, to discursive discussion around different themes. Thus, the artist is allotted more space for communicating his or her worldview, on the condition that resources are made available.
Imanuel Kant says: “To expose a regular, functional building to the faculty of cognition in a clear or confused way is something different from being conscious of this idea with a feeling of pleasure. In this consciousness, the idea with the name of the feeling of pleasure or displeasure is wholly related to the subject, and specifically to his feeling of life. This relation forms a special discernment and judgement and contributes nothing to cognition.”
For him, the beautiful must neither be due to the good nor to the pleasant. This balancing act is obviously difficult to maintain, especially because one is in a field of relativities to the subject, but at the same time expects unanimity.