Rumänisches 1984

Horia Marinescu

 

„So sind die 80er Jahre in Rumänien doch mit einer Mischung aus Über- wachung (im Sinne von Foucault) und Ironie verbunden. Eine Diktatur
in der immer mehr alles nur zur Fassade wurde (ohne daß jedoch die realen Überwachungsverbrechen verschwanden!) und alles nur des- wegen getan wurde, um etwas, das nicht mehr funktionierte, aufrecht
zu erhalten. In diesem Sinne kam die postmoderne Architektur gerade gelegen: Sie bot genau diese Mischung aus Ironie und Machtsymbolik an. Dennoch war diese Ironie nicht bewußt eingesetzt, denn die Architekten waren meistens ehrlich und seriös begeistert von dem was sie bauten. Ein damaliger Unikollege sagte mir, geschickt arrivistisch argumentierend, daß in Bukarest „gerade das wichtigste Postmoderne Ensemble der Welt gebaut wird“… und forderte mich auf, stolz darauf zu sein! Damals ver- herrlichte er die Kommunistische Macht, heute ist er einer der reichsten Immobilienunternehmer Bukarests.“ (Horia Marinescu, Essay zum The- ma)

1984 – postmodernism à la roumaine – imaginary travel into the silent drama of Bucharest demolition –
Ceausescu decided to build a huge and monstrous „house of the people“, intended to be used just by himself. For this, he erased one third of Bucharest in the years 1982-1984. Architect Horia Marinescu, invited by the Bucharest review “Zeppelin“ is recounting in his memory delineations the human story of this moment, in which about 30.000 families were displaced and their social and public spaces destroyed.