Praise the Laziness – Series

part I more

part II

Mandarina Brausewetter ° Àgnes Hamvas & Astrid Sodomka ° Vera Klimentyeva ° Jelena Micić ° the (new) Constellation ° Bojana Stamenković

Vernissage & Performance Marko Marković & Marina Rebhandl
21.02.2019 7 pm

WINGLESS, 2019

Mandarina shower weather
Photo Series

Mandarina Brausewetter’s approach lies in omitting the wings. The remaining drive springs condemn the artist to inaction. She equates the wings with the Muse, whose influence is important as the basis of the creative act. No muse without art, no wing no winged artist.
The interpretation of whether the wings were forgotten out of laziness or directly out of a denial attitude is left to the recipient.
The dragonfly was deliberately chosen by Mandarina Brausewetter, on the one hand because of the diverse meanings in different cultures, on the other hand because of their busy locomotive nature, as a counterpoint to the conventional connotation of laziness.
The dragonflies have a number of popular names, which can be traced back to their use in mythology and folk beliefs. Thus, the dragonflies in the Germanic mythology of the goddess Freya or Frigg were assigned and holy. In the two oldest chronicles of Japan, Kojiki and Nihongi, the Japanese creation myth of the island kingdom, the largest island Honshu is as Ō-yamato-toyo-aki-zu-shima (Kojiki: 大 倭 豊 秋 津, Nihongi: 大 日本 豊 秋 津 洲, dt “Great Yamato Fertile Dragonfly Island”). The name is said to go back to the first Tennō, Jimmu, who compared the shape of Japan (“Grand Yamato”) with a dragonfly drinking with her tail. The dragonfly was thus a symbol of imperial power in early Japan. The dragonfly is also regularly found in literature, as in Heinrich Heine’s poem The Dragonfly. In the era of Art Deco, many artists took up the dragonfly and its fragile yet robust structure.
Especially in modern cartoon series to various Japanese mangas, the dragonfly is used because of their flying skills as an aircraft, in other it represents the design for futuristic-looking spaceships in dragonfly form. Noteworthy is the multi-minute opening credits of the Hollywood sci-fi comedy Men in Black, designed entirely from the perspective of a hunting dragonfly.
The dragonfly as a technical marvel, as a means of transport.
But without wings, the dragonfly is motionless, consecrated to death. The remaining wings are like left overs from a colorful past.

 

covered by pink terry

Àgnes Hamvas & Astrid Sodomka

Installation 2019
Everyday object, terry
6 loops, 3 belts, 3 sleeves, 2 pockets, 1 shawl collar

The bathrobe as a meeting space for ideas of coziness, depression, illness, age, leisure and leisure time, lasciviousness and luxury.

More about Àgnes Hamvas & Astrid Sodomka

the (new)Constellation more

(Àgnes Varnai & Tina Kult)

Beliefs are the foundation of our life, the land on which we live. What we do and experience every day, is our real religion, and shows what we truly value in life. Mythological Architecture is created from the open structures of modern spirituality. It serves as the fabulator of the new faith with the goal to find the modern myths.  

Virigna Screening Bojana Stamenković
23.2.2019 12

Tableaux Vivant
28.2.2019 7 pm

Duration
22.02. – 28.02. 2019

part III

Oscar Cueto ° Hubert Hasler ° Michael Koch

Vernissage & Performance Guadalupe Aldrete
27.06.2019 7 pm

Out of the Black Hole
Hubert Hasler´s Bauchnabelfussel  & Overrun Projekte

Der höchste Ausdruck von Entspannung, herkömmlich auch oft als Faulheit bezeichnet, ist für mich ins sogenannte Narrenkastl schauen, Nasen bohren,….
Hubert Hasler entschied sich für das schwarze Loch in der Landschaft menschlicher Körper, in dem viel verschwindet beziehungsweise aufgefunden werden kann: den Bauchnabel.
Der Bauchnabel steht für die gekappte Verbindung zu der ehemaligen Nährmutter. Ein Überbleibsel, eine Narbe.
Bauchnabelfussel bestehen aus kleinen Faserteilen unserer Kleidung, abgestorbenen Hautzellen, ausgefallenen Körperhaaren, die sich in der Vertiefung des Bauchnabels sammeln.Sie sind zumeist grau, was auf die Vorliebe der Menschen für dunkle Kleidung schließen lässt. Dies und noch weitere Erkenntnisse stammen aus einer 2001 auf der Universität von Sydney, Australien, von Karl Kruszelnicki durchgeführten Studie zur systematischen Untersuchung der Eigenschaften von Bauchnabelfussel. Bauchnabelfussel bewegen sich aufwärts, aus der Unterhose heraus, und nicht wie vorher angenommen, von oben, Unterhemd, nach unten.
Frauen haben weniger Bauchnabelfussel, weil ihre Körperbehaarung dünner und kürzer ist.
Graham Parker aus Perth, ein Vorgänger Haslers, ist Rekordhalter im Sammeln von Bauchnabelfussel im Guiness Buch der Rekorde. Er sammelt seit dem 17.1.1984 und holt beinahe täglich 3,03 mg aus seinem Bauchnabel. Im Gegensatz zu Kruszelnickis Erkenntnis, sind seine Fussel rötlich, obwohl er kaum rote Kleidungsstücke trägt.
Der TU-Strahlenphysiker Georg Steinhauser ergründete in einem dreijährigen „Forschungsprojekt“ die letzten zwischen den Bauchfalten verborgenen Geheimnisse. Die Lösung für die punktuelle Ansammlung toter Materie sind die in konzentrischen Kreisen um den Nabel wachsenden Bauchhaare. Das ist auch der offensichtlichste Grund weshalb deutlich mehr Männer Nabelfussler sind als Frauen. Die schuppige Struktur der Haare entreißt dem Unterhemd (gegen Kruszelnicki ´s Theorie) zunächst die textilen Fasern. Die Schuppen der Haare wirken wie Widerhaken und leiten die Fasern in Richtung Zentrum, wo sie sich zu filzähnlichen Knäuel verdichten.

Bauchnabelfussel scheinen für uns eine archaische Bindung zu unserem Inneren zu sein, die im Akt der vollkommenen Entspannung an Bedeutung gewinnt und archiviert werden muss.
Spirituell gesehen ist die Nabel- oder Akaschnur das menschliche Slidingtor von Innen- und Aussenwelt. Es wird auch als Knotenpunkt diverser Chakren, Bauchhirn und Sitz der Harmonie bezeichnet. In der Traumdeutung wird der Nabel mit Abhängigkeit in Verbindung gebracht, z.B. eine gestörte Beziehung zu Partner oder Mutter.

Die Mitte des menschlichen Körpers, auch als emotionale Mitte des Menschen betrachtet, ist aufgeladen von Bedeutungen, die sich in den Relikten des Alltags, die sich im Nabel ansammeln nicht wieder spiegeln. Wie bereits hinlänglich aus der Kunst bekannt, sind Körpersäfte oder Körperfussel eher mit einem iiii-Gefühl behaftet. Die Bedeutung der Herkunft ist nicht implementiert, eher werden sie als ekelhafte Ausscheidung betrachtet. Ohne zu wissen, was sich im Schraubglas befindet, könnten die grauen Teile auch als Lakritze Bonbons ausgemacht werden. Das Aussehen ist nicht per se ekelhaft, die Abneigung entsteht erst in unserem Gehirn, in der Verkündung von Erfahrung, sozialer Prägung.
Ohne Bedeutung die Teilchen aus dem Nabel pulen zeigt die Entspannung des agierenden Gehirns an. Die Fussel werden ohne Reflektion geborgen und in einem Glas verstaut. Sie sind nicht aufgeladen mit Hintergrundwissen, lediglich Teile seiner selbst.
Um auf Maden Stilenovic Text und seine darin proklamierte notwendige Entspannung zur kreativen Nutzung des Gehirns, zurückzukommen, zeigt das parallel ausgestellte Projekt „OVERRUN“ von Hubert Halsler deutlich den daraus entstehenden Output.


„OVERRUN“ verdeutlicht den Widerspruch des Klischees von „faulen Migranten“. Gerade in der Pflanzenwelt stellten sich die Neophyten als geradezu überwuchernd fleissige Neuankömmlinge dar.
Hubert Hasler thematisiert den Eingriff beziehungsweise Übergriff. Neophyten treiben Wurzeln in ihnen fremden Gebieten. Immer mehr Lebewesen aus anderen Lebensräumen bürgern sich dauerhaft bei uns ein. Fachleute gehen davon aus, dass in den vergangenen 500 Jahren rund 800 gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten von Menschen eingeschleppt und aktiv ausgesetzt wurden. Dabei handelt es sich oft um Zimmer- und Gartenpflanzen, die früher meist von Forschern im Namen der Herrschenden eingeführt wurden. Heute wird die Verbreitung von Samen aus verschiedensten Gründen, u.a. Gütertransport sowie Reiseerleichterung der globalisierten Zeit, unterstützt.
Unser kulinarisches Leben wäre ohne Kartoffel, Tomaten, Mais, Melanzani, Marillen u.a. sehr eingeschränkt. Gerade Österreich würde einige der Nationalspeisen, wie Kartoffelsalat verlieren, wenn wir mit Neophyten ebenso streng verfahren würden wie mit Flüchtlingen. Wie sehr haben sich diese Fremden mit uns verbunden, sind wir über die Zeit zusammengewachsen, können uns die eigene Kultur nicht mehr ohne diese Pflanzen vorstellen. Bildhaft verschwindet der Künstler hinter den Eindringlingen, die ihm vermeintlich den Raum nehmen.

ENGLISH VERSION

The highest expression of relaxation, also commonly referred to as laziness, is for me to let the view into the distance relax, picking ones nose, ….
Hubert Hasler decided on the black hole in the landscape of human bodies in which much disappears or can be found: the belly button.
The belly button represents the capped connection to the former nursing mother. A leftover, a scar.
Belly fuzz consist of small pieces of fiber in our clothing, dead skin cells, fancy body hair that collects in the indentation of the navel. They are mostly gray, suggesting people’s preference for dark clothing. This and other findings come from a study carried out by Karl Kruszelnicki in 2001 at the University of Sydney, Australia, to systematically study the characteristics of navel lint. Belly lobes move up, out of underpants, and not as previously thought, from top, undershirt, down.

Women have less navel lint because their body hair is thinner and shorter.
Perth’s Graham Parker, a predecessor of Hasler, is a record holder in collecting navel lintels in the Guinness Book of Records. He has been collecting since 1/17/1984 and is taking almost 3.03 mg out of his navel every day. In contrast to Kruszelnicki’s realization, his lint is reddish, although he hardly wears red garments.
The TU-radiation physicist Georg Steinhauser found out in a three-year “research project” the last secrets hidden between the abdominal folds. The solution for the selective accumulation of dead matter are the belly hairs growing in concentric circles around the navel. This is also the most obvious reason why significantly more men are umbilicals than women. The flaky structure of the hair tears the undershirt (against Kruszelnicki’s theory) first the textile fibers. The scales of the hair act as barbs and guide the fibers towards the center, where they condense into felt-like balls.
Navel lint seems to us to be an archaic bond to our inner being, which in the act of perfect relaxation becomes more important and needs to be archived.
Spiritually, the umbilical or acacal is the human slidingtor of inner and outer world. It is also referred to as the junction of various chakras, the belly and the seat of harmony. In the dream interpretation, the navel is associated with dependency, e.g. a disturbed relationship with partner or mother.
The middle of the human body, also considered as the emotional center of man, is charged with meanings that do not reflect in the relics of everyday life that accumulate in the navel. As is well known in the art, humors or body livers are more likely to have a iiii sensation. The meaning of the origin is not implemented, rather they are considered a disgusting excretion. Without knowing what is in the screw, the gray parts could also be identified as licorice candies. The appearance is not disgusting per se, the aversion arises only in our brain, in the proclamation of experience, social character.
Without meaning the particles from the navel pulen indicates the relaxation of the acting brain. The lint is recovered without reflection and stored in a glass. They are not charged with background knowledge, just parts of themselves.
To return to Maden Stilenovic’s text and his proclaimed necessary relaxation for the creative use of the artist´s brain, the parallel project “OVERRUN” by Hubert Halsler clearly shows the resulting output.


“OVERRUN” illustrates the contradiction of the cliché of “lazy migrants”. Especially in the plant world, the neophytes presented themselves as overcrowded industrious newcomers.
Hubert Hasler discusses the intervention or attack. Neophytes are rooting in alien areas. More and more living beings from other habitats are permanently becoming involved with us. Experts believe that over the past 500 years, around 800 non-native animal and plant species have been introduced by humans and actively abandoned. These are often room and garden plants, which used to be mostly introduced by researchers in the name of the emperors. Today the spread of seeds is supported by various reasons, i.a. freight transport and travel facilitation of the globalized time.
Our culinary life would be very restricted without potatoes, tomatoes, corn, melanzani, apricots and others. Especially Austria would loose some of the national dishes, such as potato salad, if we were dealing with neophytes as severely as with refugees. How much have these strangers joined us, have we grown together over time, can we imagine our own culture without these plants? Figuratively, the artist disappears behind the intruders who supposedly take the space for him.

Denise Parizek 2019

part IV

Concerts

Toni Renaissance ° Jakits&Hofer ° Rainer Parizek & Friends
28.06.2019

Talk & Dinner with Mirela Vladuti & Urban Garden Cook Tiberius Stanciu 
29.06.2019 19

Duration
28.06. – 28.07. 2019

Procrastination Workshop for Kids
29.6.2018 11 am

(Photocopyright Oscar Cueto 2019)