Am Rand der Welt fällt Gold von den Sternen!

Maria Peters & Vanja Krajnc

kuratiert von Sofie Mathoi

In der Ausstellung „Am Rand der Welt fällt Gold von den Sternen!" spielen Maria Peters und Vanja Krajnc mit romantischen Motiven und Emotionen und erlauben sich eine Leichtigkeit und das Schöpfen aus dem Unbewussten um damit letztlich eine Art Enlightenment im Publikum zu evozieren. Sie propagieren bzw. kritisieren keine bestimmte Ideologie, sondern zeigen mehr ihre kritisch, reflektierende Lebenshaltung als Teil ihrer künstlerischen Praxis. Die Erinnerungen der Vergangenheit sowie die Geschehnisse der Zukunft bestimmen ein Handeln gelenkt von einem Denken in post- und pre- Begriffen, die das Gestalten der Gegenwart definieren. Eine gewisse Furcht bzw. Sorge vor dem was passiert ist und dem was geschehen könnte, treibt die Gesellschaft in den Wunsch nach einem möglichst langen, glücklichen und risikolosen Leben ohne Härte und Konflikte. Sein Dasein nicht als unterworfenes Subjekt zu fristen, sondern als sich neu erfindendes, selbst entwerfendes Projekt. Die Fremdzwänge werden jedoch mit der Unterwerfung nach den eigenen inneren Zwängen getauscht. Optimierung und ein Funktionieren ohne große Reibung mit anderen Menschen werden angestrebt. Chaos hat hier keinen Platz mehr. Genau dieses Chaos thematisieren Maria Peters und Vanja Krajnc in der Ausstellung. Krajnc spricht vom inneren Chaos, aus dem die Menschen ihre Kreativität und ihre Kraft schöpfen, etwas zu fassen bzw. gestalten das größer ist als sie selbst. Inspiriert von der Rede Zarathustras an die Menschen aus Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ lenkt sie den Blick auf unser Inneres um dieses zu entblößen, um uns selbst und unser Umfeld neu zu gestalten. Maria Peters Nachfolgerin Nr. 19 Belinda, aus dem Zyklus „Lost to regain“, berichtet uns im Laufe der Ausstellung aus dem Jahr 3255, einer Welt die aus einer Gesellschaft der Optimierten und Klone besteht, und ihrer Aufgabe das Menschliche zu erhalten indem sie Chaos stiftet. Verborgene Wünsche evoziert und provoziert Belinda zum Beispiel in der Dekonstruktion vorgefertigter Meinungen. Sie erklärt die Erde zu einer Scheibe um die Möglichkeit zu haben bis an der Rand der Welt zu gehen. 

 

Maria Peters and Vanja Krajnc play with romantic motifs and emotions in the exhibition "At the edge of the world gold falls from the stars!" They allow themselves to be drawn from the unconscious to create a kind of enlightenment in the audience or to criticize no particular ideology, but rather show their critical, reflective way of life as part of their artistic practice. 

The memories of the past as well as the events of the future determine an action guided by a thinking in post- and pre-conceptions, which define the shaping of the present. A certain fear or anxiety about what has happened and what might happen is pushing society into the desire for a life as long as possible, happy and without risk, without hardship and conflicts. To keep its existence not as a subject but as a new, self-designing project. The external constrains however exchange with submission to their own inner constraints. Optimization and functioning without great friction with other people are striven for. Chaos has no place there. Maria Peters and Vanja Krajnc focus on this chaos in the exhibition.  Krajnc speaks of the inner chaos from which people draw their creativity and strength, something to grasp or shape that is greater than themselves. Inspired by Zarathustra's speech to the people of Friedrich Nietzsche's "Thus Spoke Zarathustra", she directs her gaze to uncover our inner being in order to redesign ourselves and our surroundings. 
Maria Peter's successor No. 19 Belinda, from the cycle "Lost to regain“  tells us in the course of the exhibition back from the year 3255, a world composed of a society of the Optimized and Clones, and her task of preserving the human by creating chaos. Belinda evokes and provokes hidden wishes, for example, in the deconstruction of preconceived opinions. She explains the earth to a disc to have the opportunity to go to the edge of the world.

Sofie Mathoi 2017

Pictures of the Exhibition


 

Photocredits Amelie Proché  2017 

 

Maria Peters BLOG

 
Maria Peters, *1966, lebt und arbeitet in Wien, Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl): 2016 SET IN MOTION, Kunstraum Innsbruck; 
Einzelausstellungen & Performances (Auswahl): 2016 Der rote Faden durch das Labyrinth, Performance zur Eröffnung 70 Jahre Tiroler Künstler*schaft; 2015 Denn der Mensch kann nicht Hund sein, Kunstpavillon Innsbruck; 
 
 
Vanja Krajnc, *1985, lebt und arbeitet in Wien, Ausstellungen (Auswahl): 2016 Bratschi Pratschu II, Ze Tux Gallery; 2015 Fotografie trifft Zeichnung, Blue Eye Photo Award, Linz; 2014 Love Game, Literatur und Kunst im öffentlichen Raum, Baden bei Wien
 
Wir danken dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck für die Unterstützung.